Nager – gut gepflegt für ein langes, glückliches Leben

2022-06-15 11:28:00 / Kleintiere
Nager – gut gepflegt für ein langes, glückliches Leben -

Wie versorge ich meine Nager richtig? Was wichtig ist für die Gesundheit der Tiere.

Nagetiere sind tolle Tiere – Vom Kaninchen über Hamster, Meerschweinchen, Ratte, Chinchilla und Co leben diese possierlichen Lebewesen in vielen Haushalten. Sie sind oftmals sehr agil, wenn auch manche nachtaktiv, aber für viele Menschen ist ein Zusammenleben mit ihnen nicht wegzudenken. Zahlreiche Kinder bekommen noch vor Hund oder Katze oft ein Kaninchen oder Meerschweinchen. So kann auch der Nachwuchs schon viel über die Pflege und die angemessenen Versorgung von Tieren lernen. Was ist zu tun, damit es den Nagern gut geht?

Nager ist nicht gleich Nager – Gute Information ist wichtig

Schon bei der Auswahl des Nagetiers ist die Information über die speziellen Eigenschaften wichtig. Manche Nager sind eher Eigenbrötler und können durchaus auch alleine leben. Viele andere Arten aber haben lieber Gesellschaft um sich herum und sollten mindestens zu zweit oder mehr Artgenossen gehalten werden. Sicher gibt es immer wieder "persönliche" Abneigungen zwischen Kaninchen und Co, aber in der Regel und bei guter Sozialisation kommt das eher selten vor. Wer also keinen Nachwuchs haben möchte, sollte also dafür sorgen, dass entweder Männchen oder Weibchen kastriert werden. Der Tierarzt des Vertrauens kann hier zu Rate gezogen werden und hilft sicher gerne.

Sauberkeit – wichtig für Stall und Gehege

Wie bei allen Tieren sollten der Stall, Häuschen und Gehege, Unterschlupf oder Höhlen ganz regelmäßig, am besten täglich kontrolliert und nach Möglichkeit gereinigt werden. Die Pflege und Hygiene spielt eine große Rolle – denn anders als ein Hund oder eine Katze verrichten die Nagetiere ihre "Geschäfte" wohl meistens in ihrem Käfig oder Auslauf.

Nasse und durchfeuchtete Einstreu vom Urin sollte ebenso ersetzt werden wie nicht aufgefuttertes Fressen, denn gerade Frisches wie Apfelschnitze oder Salat verderben – gerade im Sommer – rasch und locken Schädlinge an, die auch den Tieren gefährlich werden können oder für Befall mit Maden verantwortlich sind. Wasserbehältnisse und Näpfe & Tränken müssen möglichst heiß und am besten mit Reinigungsmittel (bitte gründlich durchspülen) täglich gesäubert werden. Natürlich wird dabei sofort das Wasser frisch und neu bereitgestellt. Das gilt auch für die Futternäpfe.

Viele Nager haben eine bestimmte Stelle oder Ecke, in der sie Kot absetzen. Oft kann man das bei Kaninchen erkennen, die sich hier einen Bereich aussuchen, sozusagen als Toilette. Kot sollte ebenfalls täglich entfernt werden. An heißen Sommertagen kann das wegen der Hygiene sogar zwei Mal notwendig werden.

Auslauf und Stall immer blitzblank – so haben "ungebetene Gäste" keine Chance.

Am besten wird in festen Abständen der gesamte Käfig und Auslauf gründlich kontrolliert und in ebensolchen Abständen gereinigt. Hierzu gibt es diverse Reinigungsmittel und Hygieneartikel, die angewendet werden können. Achtgeben sollte man auf den Befall von Milben oder anderen Parasiten wie etwa Flöhen oder Zecken und diversen "ungebetenen Gästen". Hier weiß dann auch der Tierarzt Rat.

Impfen und Co – ein Tierarztbesuch steht an

Kommt einem das Tier auffällig vor, sollte ein Besuch beim Tierarzt verabredet werden. Nager können schnell sehr krank werden, daher sollte bei Auffälligkeiten auch nicht zu lange gewartet werden. Fieber, Durchfall. Lustlosigkeit, Humpeln – die meisten Besitzer wissen selbst, was mit ihrem Liebling los ist. Der Tierarzt kann dann die notwendigen Maßnahmen einleiten. Generell sollte die Vorsorge wie das Einhalten der Impftermine und Co niemals vernachlässigt werden. Zum Tierarzt geht es dann sicher in einer Transportbox.

Haut, Haare, Nägel – auch bei Nagern ein Thema

Nicht jeder Nager hat anspruchsvolles Fell, aber einige eben doch. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, auch bei Parasiten, Zecken oder Flöhen. Abgestorbenes Fell muss ausgebürstet werden, damit der Wechsel gelingen kann – viele Tiere schaffen das nicht ohne die Hilfe ihrer Menschen. Ein Beispiel sind die sogenannten Löwenkopf Kaninchen. Durch ihre Anatomie haben sie öfter einmal Probleme beim Fellwechsel, denn durch den runden Kopf schaffen sie es manchmal nicht, sich selbst dabei zu helfen – und auch die langhaarigen Vertreter sollten immer gebürstet werden.

Wenn die Tiere nicht die Möglichkeit haben, sich die Krallen abzuwetzen, muss regelmäßig gekürzt werden. Auch das erklärt entweder ein Züchter oder der Tierarzt sicher gerne, wenn man es selbst machen möchte. Eine spezielle Krallenzangen sollte Pflicht sein. Aber Vorsicht: in den Krallen verlaufen Blutbahnen und Nerven, die empfindlich verletzt werden können. Und wer unsicher ist, sollte die Spezialisten ran lassen.

Fell, Haut und auch die Ohren und Augen, sowie jegliche Körperöffnungen gehören ebenso zum Pflegeprogramm für die Besitzer. Gut versorgt steht einem langen Nagerleben nichts mehr im Weg.


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