Zeckenschutz beim Haustier

12.03.2018 12:11 Uhr

Die Tage werden wieder länger, der Bodenfrost zieht sich langsam zurück und viele Tiere erwachen aus Winterschlaf und Winterstarre. Unter ihnen auch die Zecken. Die blutsaugenden Parasiten werden mit vielen Krankheiten, darunter auch Borreliose beim Hund, in Zusammenhang gebracht. Welche Maßnahmen Haustierbesitzer, in diesem Fall vor allem aber Hundebesitzer, zum Zeckenschutz ergreifen können, lesen Sie im Folgenden.

Zecken sind Spinnentiere, genauer gesagt Milben, die für jede ihrer Entwicklungsstufen und zur Fortpflanzung je eine Blutmahlzeiten benötigen. Dafür heften sie sich an ein Wirbeltier, dass infolge dessen als ihr Wirt dient. Grundsätzlich können sie Ihnen und Ihrem Liebling überall begegnen. Sie lauern nicht nur in Wäldern und auf Wiesen, auch in Parks und im heimischen Garten warten Holzböcke darauf abgestreift zu werden. Hat der Parasit einen neuen Wirt gefunden, sucht er sich im Anschluss eine geeignete Stelle, an der er festen Halt hat. Es folgt ein kurzer Stich und die Blutmahlzeit wird ohne Umwege direkt in den Darm der Zecke gesaugt. Die Menge des Blutverlustes ist dabei für den Wirt eher selten das Problem. Auch das sogenannte Zeckengift ist ein Ammenmärchen. Die eigentliche Gefahr bei einem Zeckenbiss geht von den Krankheitserregern aus, die aus den Speicheldrüsen oder dem Darm des Parasiten über seinen Stechapparat in den Wirt gelangen.

Nur vorbereitet in den Wald

Zecken sollten also immer so schnell wie möglich entfernt werden. Entdecken Sie bei Ihrem Hund nach einem Spaziergang oder Ihrer Katze nach dem Freigang eine noch saugende Zecke, ist schnelles Handeln gefordert. Je länger der Parasit saugen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern. Tierhalter sollten daher immer das richtige Werkzeug, zum Beispiel eine sogenannte Zeckenzange oder Zeckenkarte, griffbereit haben. So ist eine schnelle und vor allem sichere Entfernung direkt vor Ort möglich.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Zusätzlich zum Absuchen gibt es bei Tieren, gerade beim Hund, auch die Möglichkeit der Vorsorge. Im Gegensatz zum Menschen besteht für Hunde bereits die Option zur Zeckenschutzimpfung. Diese enthält meist Impfstoffe gegen die drei größten Bakterienstämme der Borreliose, Borrelia burgdorferi, Borrelia garinii und Borrelia afzelii. Dadurch ist mittlerweile ein Schutz vor rund 90 Prozent der Borreliose Bakterien in Deutschland möglich. Die ständige Impfkommission für Tiere (StIKo Vet) empfiehlt die Impfung für alle Hunde, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Ihr Tierarzt berät Sie gern, welche Impfung für Ihr Tier geeignet ist und wie der Zeckenschutz sich gegebenenfalls auswirken kann. 

Neben der Impfung und dem Absuchen sind auch sogenannte Antiparasitika eine weitere wichtige Maßnahme zum Schutz vor Zecken und anderen Parasiten wie Flöhen. Diese chemischen Substanzen zur äußeren Anwendung, etwa als Spray, Halsband oder Spot-on Präparat, sind seit langem Standard in den tierärztlichen Praxen und sorgen dafür, dass Zecken zwar noch eine Weile im Fell herumkrabbeln können, aber spätestens beim Blutsaugen absterben. Dies führt zu einer deutlichen Verminderung des Ansteckungsrisikos.

Bieten Hausmittel einen guten Zeckenschutz?

Eine beliebte Methode zum Schutz vor Zecken sind auch Hausmittel wie Knoblauch, Zitronella und Leinöl. Doch hier ist Vorsicht geboten! Knoblauch zum Beispiel hat zwar eine ähnliche Wirkung wie gängige Antiparasitika, kann Ihrem Hund aber auch schaden. Im Gegensatz zu den chemischen Substanzen in Hundehalsbändern ist Knoblauch in seiner Wirkungsweise nicht auf die Hautoberfläche beschränkt. Er wirkt bei Hunden vor allem als Blutverdünner, da er das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen zerstört. Die Folgen sind meist Blutarmut und Vergiftungserscheinungen. Ungefährlich sind nur rein äußerlich anzuwendende Hausmittel, wie etwa Bernsteinhalsbänder. Diese lassen sich gut als Ergänzung zur Schutzimpfung und Spot-On Präparaten verwenden. knoblauch als zeckenschutz Gerade bei Zecken ist die Vorsorge das A und O. suchen Sie Ihr Tier nach jedem Spazier- und Freigang ab. Die Übertragungszeit von Borreliose-Bakterien und Anaplasmen zum Beispiel beträgt normalerweise zwölf bis 24 Stunden. Ein schnell gefundener und entfernter Holzbock ist daher meist harmlos. Vergessen Sie aber bei allem nicht Ihren eigenen Schutz.
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