Leinenführigkeit trainieren – So geht‘s

2016-09-23 11:30:00 / Hunde
Leinenführigkeit trainieren – So geht‘s -
Viele Menschen genießen es, ausgedehnte und entspannte Spaziergänge mit ihrem Hund zu machen. Das Gassigehen gehört zur Hundehaltung dazu und sollte bei der Anschaffung eines Hundes von Anfang an bedacht werden: Haben Sie genug Zeit für Spaziergänge mit Ihrem Hund? Habe ich geeignete Wege und im Idealfall auch Wälder oder Feldwege in meiner nahen Umgebung? Falls ja, steht einem entspannten Spaziergang nichts mehr im Wege oder? Entspannt wird es allerdings nur, wenn Ihr Hund nicht ununterbrochen an der Leine zieht – und zwar für Mensch und Hund. Besonders bei großen Hunden, kann der kurze Spaziergang um den Block schon zum Kraftakt werden, wenn Sie die Leinenführigkeit nicht konsequent trainieren. Das macht weder Ihnen, noch Ihrem Hund Spaß.

Beziehungsaufbau durch gute Leinenführung

Positive Erlebnisse mit Ihrem Hund stärken die Bindung. Besonders bei Welpen sind die regelmäßigen Spaziergänge wichtig, um diese Bindung und das nötige Vertrauen aufzubauen. Ihr Hund sollte dabei nicht nur eine positive Verbindung zu Ihnen aufbauen, sondern auch eine positive Verknüpfung zu der Leine.

Warum zieht Ihr Hund an der Leine?

Im Welpenalter ist es vor allem die Neugierde und die ungestüme Art, die Ihren Hund zum ziehen veranlasst. Dem Hund ist noch nicht klar, dass er sich in einem bestimmten Radius zu Ihnen aufhalten sollte, außerdem erlebt er viele neue Reize und will jedem interessanten Geruch nachgehen. Je älter Ihr Hund wird, desto uninteressanter werden diese Reize für ihn und bei gutem Training weiß er diesen nicht nachzugehen. 

Verstärkung des Fehlverhaltens

Der häufigste Fehler beim Gassigehen ist, dass Sie das Ziehen an der Leine durch Ihr Verhalten verstärken. In dem Sie die Leine dauerhaft auf Spannung halten, bewirken Sie, dass sich Ihr Hund noch mehr ins Zeug legt. Ihr Hund weiß, dass er durch das Ziehen schneller voran kommt und er erzieht Sie, indem Sie genau das tun was er will: Sie halten an, wenn er schnuppern will und wenn er zieht, werden Sie schneller.

Wie kann die Leinenführigkeit am besten trainiert werden?

Es gibt verschiedene Methoden, um Ihrem Hund das Ziehen an der Leine abzugewöhnen. Es gibt kein Allheilmittel, sondern Sie sollten herausfinden, worauf Ihr Hund am besten reagiert und dann konsequent und beständig daran arbeiten. Wie schnell und gut Ihr Hund die Leinenführigkeit lernt, hängt unter anderem sehr stark von seinem Charakter ab. Hunde die sehr unterwürfig sind, tendieren eher dazu sogar ein paar Schritte hinter Ihnen zu laufen, dominante Hunde werden Sie hinter sich her ziehen. 

Im Idealfall können Sie Ihren Hund durch Leckerlies oder Lob trainieren. Dazu nehmen Sie die Leine in eine Hand und die Leckerlis in die andere. Achten Sie immer darauf, dass die Leine nicht auf Spannung ist und wecken Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes. Sobald der Hund z.B. auf ein Schnalzen reagiert und Sie anschaut oder wieder näher zu Ihnen kommt, belohnen Sie ihn mit einem Leckerchen und dem Kommando „Fuß“. Einige Hunde verlieren durch die vielen Reize in der Umgebung das Interesse an Leckerlis, also probieren Sie aus womit Sie gutes Verhalten positiv bestärken können, z.B. durch kurzes Streicheln oder das Lieblingsspielzeug. Diese einfache Methode können Sie in Verbindung mit anderen Methoden einsetzen. Beispielsweise empfehlen viele Hundetrainer einfach stehen zu bleiben, sobald Ihr Hund anfängt zu ziehen. Falls Sie Schwierigkeiten haben die Aufmerksamkeit Ihres Hundes durch Laute oder ähnliches auf sich zu ziehen, kann ein Richtungswechsel wirksam sein. Falls Sie die Möglichkeit haben, suchen Sie sich eine offene Wiese oder einen größeren Platz, auf dem Sie kreuz und quer mit Ihrem Hund laufen können. Dabei variieren Sie Ihre Geschwindigkeit, laufen Zick-Zack und wechseln immer mal wieder die Richtung. So muss der Hund Ihnen Aufmerksamkeit schenken, um mit Ihnen mitzuhalten und widmet sich weniger den Reizen in seiner Umgebung. Belohnen Sie ihn dann immer wieder zwischendurch, sodass Sie ihn darauf konditionieren Ihnen zu folgen.

Wenn alles nichts hilft

Ein leichtes Rucken an der Leine, zum Beispiel beim Richtungswechsel oder zur Korrektur, ist zwar in Ordnung, generell sollten Sie es aber vermeiden Ihren Hund zu sehr über die Leine zu zerren und zu korrigieren. Viele Trainer empfehlen, dass es wirksamer und schonender ist, die Leine nicht seitlich zu sich zu ziehen, sondern gerade nach oben. Wichtig ist, dass Sie nur einen kurzen und sehr leichten Ruck abgeben und die Leine direkt wieder lockern. Vor allem am Anfang des Trainings sollten Sie lieber ein Hundegeschirr, anstelle einer Leine nutzen, um Hals und Nacken Ihres Vierbeiners zu schonen und keine Haltungsschäden zu provozieren. 

Am wichtigsten ist aber: trainieren, trainieren, trainieren! Ihr Hund wird nicht von heute auf morgen perfekt an der Leine gehen, aber das Durchhaltevermögen wird sich lohnen. Haben Sie Ihrem Hund erstmal das Ziehen an der Leine abgewöhnt, können Sie darauf aufbauen, in dem er sich zum Beispiel hinsetzt, sobald Sie anhalten und erst wieder losläuft, sobald Sie das auch tun. Folgendes Video veranschaulicht, was konsequentes Training bewirken kann und wie fokussiert der Hund auf jede Bewegung seines Herrchens ist: https://www.youtube.com/watch?v=HKtqmN7npD4


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